Ja, Sie haben richtig gehört: Im letzten Schuljahr hat die Theatergruppe des Bernstorff-Gymnasiums Satrup das Stück „Moooment mal…“ aufgeführt. Dieses spielt in dem Warteraum eines Flughafens für den Flug nach Miami. Das Problem: der Flug wird wieder und wieder verschoben und die Wartenden lernen sich gezwungenermaßen näher kennen. Das ein oder andere Geheimnis kommt ans Licht und zwischen alten Schauspielerdiven, Taschendieben, der blinden Berlinerin und anderen schrägen Charakteren wird sogar ein Heiratsantrag gemacht.
Zudem hat sich die Theatergruppe noch etwas Besonderes ausgedacht. Ein Charakter des Stückes war eine Künstlerin. Diese machte sich auf den Weg nach Miami, um dort ihre Kunst zum ersten Mal im Leben in einer Urban Art Ausstellung präsentieren zu können.
Wie eindrucksvoll wäre es also, wenn diese Künstlerin nun während der Aufführung an ihren Kunstwerken arbeitet? Zudem war der Plan, eine politische Botschaft mithilfe der Kunst auszudrücken. So sollte im Laufe des Stückes ein Aktivist die Worte „FUCK ICE“ mit Graffiti auf ein Plakat sprühen. Das Problem, welches Graffiti mit sich bringt sind die unangenehm riechenden Dämpfe. Daher bestand der Großteil an Kunstmaterialien aus Acrylfarbe und nur das politische Statement wurde gesprayt. Andernfalls hätten die anderen Darstellenden womöglich Schwierigkeiten mit dem Atmen gehabt. Da dieses Problem nun gelöst war, kam der Gruppe eine weitere Idee. Die Künstlerin könnte die anderen Charaktere mit einbeziehen. So hätten sie die Möglichkeit ihre Emotionen und Charakterzüge nicht nur verbal, aber auch visuell zum Ausdruck zu bringen. So benutzte Michelle, eine junge Frau kurz vor dem Burnout nur noch schwarz, während sie malte. Aufgrund von Platzmangel wurden pro Aufführung nur zwei Bilder gemalt. Die ursprüngliche Idee, dass jede*r sein eigenes Bild malt, blieb somit unerfüllt. Dies war jedoch kein Nachteil, denn so entstand aus den so unterschiedlichen Malereien der Einzelnen ein wunderschönes zusammenhängendes Bild. Das Gefühl von Gemeinschaft konnte so noch viel mehr zum Ausdruck gebracht werden. Die letzte Hürde war das Timing. Es bedurfte eines guten Zeitgefühls beim Malen, damit das Bild am Ende des Stückes nicht etwa zu voll oder zu leer war. Aber auch das war kein allzu großes Problem.
Die Darstellerin persönlich empfand es als sehr schön, während des Schauspielens die Kunst auch noch auf der Leinwand zum Ausdruck bringen zu können. Es kam sehr viel positives Feedback. So war die Idee ein großer Erfolg und wird bestimmt auch in irgendeiner Form in unseren nächsten Stücken zu finden sein.
Pia Schultz, 13c
